Pflaumenkuchen mit Streuseln

Der Klassiker in der Pflaumenzeit

von | 3. September 2018 | Kuchen & Torten

Vor fast zwei Wochen waren die Pflaumen in Muddis Garten zwar schon wunderschön blaulila, aber so richtig reif waren sie noch nicht. Wir hatten uns aber zum Wochenende vorgenommen, bei Saschas Eltern einen richtigen Pflaumenkuchen vom Blech zu backen. So wie es die Oma Lore früher in der Pflaumenzeit fast jede Woche gemacht hat.

Was ist ein „Klöschen“???

Ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Urgroßmutter Ida, die immer von allen Großmutter genannt wurde, mit ihren damals 84 Jahren die Früchte für den Pflaumenkuchen entsteint hat. Immer in ihrer dunkelblauen Kochschürze. Meistens durfte ich mich als kleiner Pimpf zu ihr in die Küche setzen und ihr mit einem nicht ganz so scharfen „Klößchen“ helfen. Ok … ein Klöschen ist ein kleines Küchenmesser. Bei Sascha zu Hause heisst es „Kneippchen“. Das Besondere am Oberbergischen Slang ist, das das „ö“ wie ein langgezogenes [œ] (Lautschrift, wie bei „öffentlich“) gesprochen wird. Sascha sagt immer, die Oberberger haben da einen Buchstaben erfunden, den gibt’s gar nicht.

Damals hatten meine Großeltern noch mehrere Pflaumenbäume, die jedes Jahr geerntet werden mussten und deren Früchte dann auch verarbeitet werden sollten. Daher war es kein Wunder, dass Oma Lore neben in Gläsern eingemachte Pflaumen mit Zimt, Pflaumenmus, Zwetschgenknödel oder Pflaumenkuchen daraus herstellte.



Pflaumenkuchen – der Klassiker

Daher ist er wirklich DER Klassiker in der Obstzeit. Allerdings gab’s den Pflaumenkuchen auch über das (fast) ganze Jahr verteilt, denn bei jedem Backgang wurden einige Bleche mehr gebacken und dann in großen Stücken eingefroren. So konnte ich mich auch noch im Februar zu meinem Geburtstag über ein leckeres Stück mit nem dicken Schlag Sahne freuen.

Jetzt aber zu unserem Pflaumenkuchen, den wir unbedingt zum Wochenende backen wollten. Wie gesagt. Muddi hatte noch keine reifen Früchte im Garten. Auf den Markt kamen wir vorher nicht mehr. Und im Supermarkt waren alle eher so groß, wie Kirschen und waren knochenhart und vermutlich sauer, wie Bolle.

Zum Glück hat mein Dad ein paar Jagdfreunde, die selber genügend Bäume im Garten stehen haben, die dringend abgeerntet werden wollten. So kamen wir dann doch noch zu unseren leckeren Pflaumen aus dem Oberbergischen. Genau die richtige Farbe, die perfekte Größe und süß und saftig, wie sie sein müssen. Jetzt hatten wir allerdings ein neues Problem. Es waren einfach zu viele … aber wie ihr uns kennt, haben wir sie alle verarbeitet bekommen.

Was allerdings weder Oma Lore früher, noch Saschas Mutter gemacht haben, ist ihn mit einer dicken Schicht Streusel zu bedecken. Das wollten wir uns aber nicht nehmen lassen und haben das Familienrezept ein wenig so gepimpt, dass wir damit restlos glücklich den Sonntag mit einem (oder zwei) Stück Pflaumenkuchen und ner großen Tasse Kaffe ausklingen lassen konnten.

Ist der Pflaumenkuchen vom Blech bei euch auch solch ein Klassiker, wie bei uns? Oder gibt es da vielleicht andere Kuchen, die ihr aus eurer Kindheit als Klassiker bezeichnen würdet?

Lasst euch unser Rezept schmecken und lasst uns wissen, wie es euch gefallen hat.

Eure Jungs



Pflaumenkuchen mit Streuseln

Gericht: Blechkuchen
Länder & Regionen: Deutschland
Keyword: Familienrezept, Hefeteig, Mandelstreusel, Pflaumen
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Zubereitungszeit: 1 Stunde 10 Minuten
Gehzeit: 1 Stunde
Arbeitszeit: 1 Stunde 40 Minuten
Portionen: 1 Backblech

Der Klassiker

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Zutaten

Für den Teig:

  • 500 g Weizenmehl Type 405
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 230 ml Milch lauwarm
  • 100 g Zucker
  • 80 g Butter geschmolzen
  • 1 Prise Salz

Für die Streusel:

  • 250 g Weizenmehl Type 405
  • 200 g Butter geschmolzen
  • 100 g brauner Zucker
  • 80 g weißer Zucker

Für den Belag:

  • 1,5 kg Pflaumen

Anleitungen

Hefeteig:

  1. Beginnt am Besten mit dem Hefeteig, denn der sollte ca. 1 Stunde nach dem Kneten an einem warmen Ort, mit einem Tuch bedeckt, gehen.
  2. Gebt das Mehl in eine Rührschüssel. Vermischt alle anderen Zutaten miteinander, so dass sich die Hefe auflöst und fügt diese Mischung dem Mehl zu. Vermengt sie ein wenig mit einem Teil des Mehls und lasst die Hefe für 5 Minuten gehen.
  3. Dann knetet den Teig mit eurer Küchenmaschine oder dem Knethaken eures Mixers richtig gut durch. Bei uns dauert das immer so 5-10 Minuten.
  4. Jetzt den Teig für 1 Std. gehen lassen.
  5. Wenn ihr keinen warmen Raum habt, heizt euren Backofen auf 30°C auf, stellt ihn aus und platziert die Schüssel mit dem abgedeckten Teig im Ofen. Geht perfekt auf …!

Streusel:

  1. Gebt alle Zutaten in eine Schüssel und verknetet alles zu einem leicht bröseligen Teig. Stellt ihn bis zum Belegen zur Seite.

Ausrollen und Belegen:

  1. In der Zwischenzeit entkernt die Pflaumen. Schneidet sie aber nur halb auf, so, dass ihr sie aufklappen könnt und schneidet jede Hälfte nocheinmal ca. 1/3 an der oberen Seite ein.

  2. Sobald der Teig gegangen ist, rollt ihr ihn auf einer bemehlten Unterlage auf die Größe eures Backblechs aus. Nun kommt der Teig auf das mit Backpapier ausgelegte Blech. Drückt die Ränder leicht an und schneidet den Überstand ab.
  3. Der Backofen kann nun auf 175°C Ober-/Unterhitze aufgeheizt werden.
  4. Jetzt geht’s ans Belegen. Eine aufgeklappte Pflaume neben der anderen …
  5. Verteilt zum Schluss noch den Streuselteig über dem Kuchen und für ca. 40 – 50  Minuten ab damit in den Ofen.

Tipp von den Jungs

Wer mag (auch, wenn viele Mütter sagen, dass das Bauchschmerzen gibt), kann ihn noch ganz warm genießen – aber auch abgekühlt oder sogar kalt schmeckt er hervorragend.Ein wenig Schlagsahne dazu, wer mag und das Blech ist im Nu verputzt.

Wenn nicht, einfach den Rest luftdicht in große Gefriertüten verpacken und einfrieren. So habt ihr auch noch an den nächsten Sonntagen oder wenn Gäste unangekündigt reinschauen was davon.



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