Liebe ist eben einfach Liebe

#loveislove

von | 23. Juli 2018 | Magazin, Werbung

Heute haben wir mal kein Rezept für euch im Gepäck, dafür gibt es den wohl persönlichsten Beitrag, den wir je geschrieben haben. Es geht um eine Herzensangelegenheit und die Möglichkeit, euch einen ganz privaten Einblick zu geben. Das Thema, um das es heute geht, ist die Liebe! Denn am Ende: Liebe ist eben einfach Liebe. Und dieses Thema ist uns einfach sehr wichtig.

Wo wir waren und wo wir heute sind.

Gerade haben wir gemeinsam in Köln den Christopher Street Day gefeiert und das mit vielen unserer Freunde. Tatsächlich war dieser wieder politischer, als in den vergangenen Jahren – es ging sehr stark um das Thema Transidentität, der politische Rechtsruck und auch um das Thema LGBTI*-Flüchtlinge. 

*(Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Intersexual, also Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle)

Der CSD zelebriert den Tag des ersten öffentlichen Aufstands von Homosexuellen und sexuellen Minderheiten gegen Gewalt und Diskriminierung. In den 60er Jahren gab es in der Christopher Street in New York immer wieder gewalttätige Razzien in LGBTI-Bars. Seit diesen Tagen hat sich glücklicherweise in Deutschland eine Menge getan; Homosexuelle dürfen seit kurzem heiraten, haben die gleichen Rechte und damit besteht nun auch das langersehnte Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. Schaut man hier über die Grenzen hinaus, ist dies aber nicht überall auf der Welt so. 

In 78 der 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen wird Homosexualität weiterhin strafrechtlich verfolgt, in einigen Ländern steht darauf sogar die Todesstrafe! Es geht hier letztlich darum, wen ich liebe –  um nicht mehr und nicht weniger. Zuletzt sind vor allem in Russland und der Ukraine, in erschreckender Nähe, die Rechte der homosexuellen Minderheit enorm beschnitten worden, bis hin zu der bekanntgewordenen Schwulenverfolgung in diesen Ländern.

Unterm Strich bleibt noch so viel zu tun!


mit Freunden auf den CSD 2014
Freunde auf der Straße
Freunde auf der Straße
Sascha mit Seifenblasen

2014 ——————————————————————————————————————————————————-> 2018


Sie haben doch alles erreicht! Was wollen sie denn noch??

Diese Aussage begegnet uns immer wieder. Und ja, rechtlich gesehen sind wir in Deutschland angekommen, aber man bedenke, dass es bis 2017 gedauert hat, bis es soweit war. Aber ist damit alles getan? Ist das Thema Diskriminierung damit vom Tisch?

Heute geht es nicht mehr so sehr um die Durchsetzung von, für die meisten, ganz selbstverständlichen Rechten – es geht um Toleranz und Akzeptanz und das mehr denn je.

Ich möchte euch dazu einen kleinen Einblick in unser gemeinsames Leben geben. Wir sind seit 2012 verpartnert, seit 2018 verheiratet und mit wunderbaren Familien und Freunden gesegnet. Viele unserer Freunde und Bekannten war nicht mal bewusst, dass wir bis Januar nicht mal wirklich verheiratet waren, denn für sie war einfach klar, dass es hier keine Diskrimierung mehr gibt. Wir leben doch in einem offenen und toleranten Land. So selbstverständlich es für aufgeklärte Menschen scheint, umso mehr möchten wir eben auch aufklären, dass dem nicht immer so ist.

Ein ganz simples Beispiel zu diesem Thema:

Torsten und ich, sowie viele gleichgeschlechtliche Paare, haben sich eine Art Reflex angewöhnt. Wenn wir draußen Hand in Hand unterwegs sind und uns Menschen entgegen kommen, bei denen wir uns unsicher sind, ob sie unsere Lebensweise tolerieren, lassen wir automatisch unsere Hände los. Dazu bedarf es keiner Worte und keines Blickes, es passiert einfach. Die Angst vor Konfrontation und im schlimmsten Fall körperlicher Gewalt, ist einfach immer präsent. Dieses Gefühl ist mit das Schlimmste, das ich kenne.

Genau aus diesem Grund sind auch wir schon Opfer körperlicher Gewalt geworden und über die abwertenden Blicke und eher unschönen Kommentare wollen wir gar nicht erst anfangen. In letzter Zeit wurden im „hochtoleranten“ Köln viel zu viele LGBTI-Menschen krankenhausreif geprügelt. Daher NEIN, wir haben nicht alles erreicht.

Und nochmal – es geht „nur“ darum wen wir lieben!


Frau mit Regenbogenflagge
Regenbogenflaggen
Gelber Mustang auf dem CSD
Bunte Luftballons auf CSD Wagen
Bunte Luftballons
Tanzen auf der Straße

Liebe muss einfach siegen. Auch wenn es länger dauert!

Für uns ist das Wichtigste das Thema Akzeptanz. Wir erwarten gar nicht, dass jeder Mensch Homosexualität nun super findet. Jeder soll seine Meinung haben, denn Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut. Aber es kann nicht sein, dass einzig und alleine die Tatsache, dass ich mein Bett, mein Heim und meine Liebe mit einem Menschen gleichen Geschlechts teile, Grund genug ist, dass jemand das Bedürfnis verspürt, denjenigen körperlich zu schädigen!

Ein Aspekt, der uns auch immer wieder begegnet, sind Äußerungen, die mehr oder weniger deutlich machen sollen, dass Homosexualität eine Entscheidung ist, die man wohl irgendwann bewußt fällt. Hierzu möchte ich etwas drastischer werden. Ich persönlich glaube, dass kein Mensch sich ein Leben wünscht, in dem er Angst haben muss, geschlagen, bestraft, verstoßen, diskriminiert und benachteiligt zu werden und täglich in der Pflicht ist, sein Leben, das er lebt, zu rechtfertigen.

Die Tatsache, dass ich den besten Menschen, den ich mir je erträumen konnte, an meiner Seite habe, ist jede Hürde wert! Denn am Ende ist es die Liebe um die es geht. Mein Mann, meine Familie, meine Freunde – das sorgt dafür, dass ich einfach glücklich mit meinem Leben bin. Das lässt einen auch immer wieder all das, was um einen herum passiert, vergessen. Das sorgt dafür, dass man nicht aufgibt und weiter kämpft –  in der Hoffnung, irgendwann die Toleranz und Akzeptanz zu erreichen, die man sich immer gewünscht hat.

Ganz lange dachte ich auch, dass man Menschen eben nicht ändern kann. Aber zum Glück wurde ich eines besseren belehrt. Als ich all meinen Mut zusammen genommen  und mich vor meiner Familie geoutet habe, waren die Reaktionen nicht die, die ich mir erwünscht hatte. Die bittere Realität hat mir mit der Faust ins Gesicht geschlagen und lange Zeit habe ich mich damit abgefunden. Aber Menschen können sich doch ändern, Meinungen können sich ändern und die Liebe kann eben doch am Ende siegen. Man muss sich nur offen zeigen, das Unbekannte kennen zu lernen, Ängste zu überwinden und zu erkennen, dass Liebe nie etwas schlechtes sein kann. Daher bin ich so stolz auf meine Familie und so dankbar, dass ich lernen durfte, dass es Hoffnung gibt.


SodaStream Flaschen Love is Love
SodaStream Flaschen Love is Love

Sichtbarkeit und Solidarität ist wichtig.

Ich möchte aber auch erzählen wie es zu diesem Post kommt. Das haben wir der Firma SodaStream zu verdanken, der wir super dankbar für den Anstoß sind. Denn SodaStream bringt zum Pride-Monat eine Special Edition ihrer Flaschen raus. Den SodaStream kämpft nicht nur seit Jahren für weniger Plastik im Bereich Getränke, sondern auch für Sichtbarkeit und Toleranz für Regenbogenfamilien und homosexuelle Paare. Den am Ende ist es nicht wichtig ob Vater und Vater oder Mutter und Mutter, es zählt die Liebe zu seinem Kind. Das ist es was wirklich wichtig ist, egal wie die Sexualität ausschaut.

Das Thema Kinder ist, denke ich, für die LGBTI-Communtiy noch eine der größten Hürden. Seit diesem Jahr dürfen homosexuelle Paare zwar adoptieren, aber wenn es um Kinder und dem Ausbruch aus dem klassischen Familienbild geht, dann stößt die Akzeptanz ganz schnell an Ihre Grenze. Daher ist zum Thema „Regenbogen-Familie“ noch ganz viel zu tun. Auch wir haben sehr lange den Wunsch nach einem Kind gehegt – gehofft, dass die Politik endlich einlenkt, das Frau Merkel ihr „unwohles“ Gefühl verliert … jetzt wo wir an diesem Punkt sind, hat es leider einfach zu lange gedauert. Adoption ist in Deutschland, völlig unabhängig von der Geschlechterkonstellation, sehr schwierig und 2018 sind wir gemeinsam schlicht und ergreifend zu alt zum Adoptieren.

Aber SodaStream geht hier einen wichtigen Schritt  ganz klar das Thema Familie auf zu zeigen (Die Flaschen gibt es natürlich auch mit 2 Frauen).

Diese Sichtbarkeit unterstützt uns immer zu mehr „Normalität“. Oft werden solche Aktionen, als Marketingmasche abgetan, allerdings ist es eben auch eins – ein mutiges Statement. Denn auch Firmen die ihr Unterstützung zeigen, müssen mit Gegenwehr und negativen Kommentaren rechnen und dann ist nicht mehr viel Marketing-Trick.  Lest einfach mal die Kommentare unter einem Pride-Post irgendeiner Firma auf Facebook, dann wisst ihr was ich meine.

Viele Firmen unterstützen ihre LGBTi-Mitarbeiter bewußt und zeigen ihre Solidarität offen auch nach außen.Auf dem CSD waren wieder zahlreiche Firmen vertreten, was uns einfach total gefreut hat, denn es setzt ein Zeichen für Toleranz. Gerade homosexuelle Jugendliche erfahren so, dass sie in der Arbeitswelt nicht zwingend Angst vor Ausgrenzung haben müssen, sondern genau so sein dürfen wie sie nun mal sind.

Wenn ihr die Botschaft von SodaStream auch unterstützen möchtet, findet ihr die limitierten Flaschen über  diesen Link.


Sascha & Torsten

Wir hoffen, wir konnten euch einen Einblick in unser Leben als schwules Paar geben und wenn nur ein einziger Leser zu Über- und vielleicht Umdenken  bewegt wurde, dann hat sich dieser Post schon gelohnt. 

Daher darf der Post auch gerne geteilt werden!

Wir danken euch Allen auf jeden Fall für’s Lesen und dass ihr uns genau so nehmt, wie wir sind. Lasst uns etwas Liebe in die Welt verteilen!

Eure Jungs


1 Kommentar

  1. Wow! Eigentlich wollte ich ja nur den Bug suchen für die Galerie – bin dann aber hängen geblieben. Ich hab Euch immer nur als Paar wahr genommen das offensichtlich sehr glücklich miteinander ist – das finde ich toll und ist nicht selbstverständlich. Dass ihr zwei Männer seit lässt sich nicht ändern – und alles andere soll sich nicht ändern. Bleibt wie ihr seit und zeigt Euch – nur dann kann sich in der Gesellschaft was ändern…. so und jetzt such ich weiter den Bug

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