Wenn ich an meine Kindheit denke, dann gab es den russischen Zupfkuchen schon immer. Meine Omas haben ihn gebacken, meine Mama auch, und auf jedem Kindergeburtstag stand er auf dem Kuchenbuffet. Am liebsten habe ich die Streusel abgezupft. Ihr auch? Unseren Russischen Zupfkuchen vom Blech backen wir heute ganz ohne Backmischung, und nach ein paar Anläufen sind wir mit dem Rezept richtig glücklich.
Unser Zupfkuchen besteht aus einem dunklen Rührteig mit Kakao, der zu zwei Dritteln als Boden aufs Blech kommt. Darauf verteilt ihr eine Creme aus 1,25 kg Quark, Eiern, Zucker, geschmolzener Butter, Vanillepuddingpulver und Zitronensaft. Aus dem restlichen Teig zupft ihr kleine Stücke und legt sie wie Kuhflecken obendrauf. Der Kuchen backt etwa 45 Minuten bei 160 °C Umluft und reicht für eine richtig große Runde.
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Russischer Zupfkuchen. Ein Klassiker aus der Backmischung
Aber genauso erinnere ich mich daran, dass irgendwie alle ihn mit einer Backmischung gemacht haben. In den 90ern war das nicht ungewöhnlich, viele andere Klassiker wurden bei uns aber nach alten Familienrezepten gebacken, zum Beispiel Mamas Donauwelle. Nur der Russische Zupfkuchen nicht. Warum hatte scheinbar niemand ein Rezept dafür? Und warum schmeckte er überall gleich?
Die Antwort ist einfach. Den Russischen Zupfkuchen gab es von Anfang an als Backmischung. 1993 brachte der Backhersteller mit dem Doktortitel ihn auf den Markt. Das Rezept dafür war das Siegerrezept aus einem Backwettbewerb des Unternehmens. Das „Zupf“ im Namen ist klar, das kommt von den gezupften Teigstücken. Und das „russisch“? Mit etwas Fantasie sollen die dunklen Teigflecken an die Zwiebeltürme russischer Kirchen erinnern. Mit Russland selbst hat der Kuchen also nichts zu tun. Für einen Klassiker ist er damit noch ein ganz junges Küken, verglichen mit Urgesteinen wie der Schwarzwälder Kirschtorte oder dem Frankfurter Kranz.


Warum vom Blech?
Rezepte für Zupfkuchen aus der Springform gibt es viele. Wir backen ihn auf dem Blech, denn dann eignet er sich perfekt als Mitbringsel in großer Menge. Für Geburtstage, Feiern im Büro oder das Kuchenbuffet beim Sommerfest. Genau dafür backen ihn auch viele von euch, wie ihr uns in den Kommentaren geschrieben habt. Und ihr könnt bei der Gelegenheit mit ein bisschen unnützem Wissen über seine Herkunft glänzen.
Der Schokoteig. Boden und Zupfen aus einem Teig
Für den Teig schlagt ihr die weiche Butter mit dem Zucker schaumig und rührt die Eier einzeln unter. Mehl, Kakao und Backpulver mischt ihr in einer zweiten Schüssel und rührt sie dann unter die Buttermasse. Teilt den Teig in zwei Drittel und ein Drittel. Die größere Menge verteilt ihr gleichmäßig auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech, der Rest wartet für die Zupfen.
Die Quarkcreme. So wird sie cremig
Für die Creme schmelzt ihr die Butter und lasst sie etwas abkühlen. Währenddessen schlagt ihr Eier und Zucker zu einer hellen, schaumigen Masse auf und lasst die Butter in einem dünnen Strahl unter Rühren dazulaufen. Dann kommen Vanillepuddingpulver, Vanillezucker, Quark und Zitronensaft dazu. Verrührt alles nur so lange, bis eine glatte Creme entsteht. Wir nehmen Quark mit 40 % Fett, der macht die Füllung schön cremig. Das Puddingpulver sorgt dafür, dass sie beim Backen bindet und schnittfest wird.


Welche Blechgröße und wie backe ich ihn rund?
Unser Rezept ist für ein normales Backblech gedacht. Wichtig ist, dass das Blech einen ausreichend hohen Rand hat, sonst wird es mit der vielen Creme eng. Mit einem verstellbaren Backrahmen seid ihr auf der sicheren Seite. Die Creme sollte etwa zwei bis drei Zentimeter hoch auf dem Boden stehen.
Ihr wollt lieber einen runden Kuchen? Eine Leserin hat ihn in einer Springform gebacken, mit weniger Teig für den Boden und dafür mit der vollen Füllung. Die übrige Creme wurde dann von der Familie roh vernascht. Für eine 26er Springform könnt ihr das Rezept auch einfach halbieren und die Backzeit im Blick behalten.
Was beim Russischen Zupfkuchen schiefgehen kann
Die Quarkfüllung reißt. Der Ofen war zu heiß oder der Kuchen zu lange drin. Haltet euch an 160 °C Umluft und lasst ihn langsam auskühlen. Ein kleiner Riss unter den Zupfen fällt aber kaum auf.
Die Füllung bleibt flüssig. Der Kuchen kam zu früh aus dem Ofen oder der Quark war sehr wässrig. Die Creme darf in der Mitte noch leicht wackeln, sie zieht beim Abkühlen fest. Steht viel Molke auf dem Quark, gießt sie vorher ab.
Die Zupfen versinken in der Creme. Die Teigstücke waren zu groß und zu dick. Zupft kleine Stücke ab und drückt sie leicht platt, dann bleiben sie oben liegen.
Der Boden wird trocken. Er wurde zu dünn verteilt. Streicht die zwei Drittel Teig gleichmäßig bis in die Ecken, damit überall gleich viel Boden liegt.
Der Kuchen bricht beim Schneiden. Er war noch warm. Lasst ihn komplett auskühlen, am besten einige Stunden, bevor ihr ihn in Stücke schneidet.
Aufbewahren und einfrieren
Weil die Füllung aus Quark besteht, gehört der Zupfkuchen in den Kühlschrank. Gut abgedeckt hält er sich dort etwa drei Tage. Ein Blech ist für eine kleine Runde manchmal zu viel. Daniel hat uns geschrieben, dass er den Rest eingefroren und wieder aufgetaut hat, und der Kuchen hat immer noch super geschmeckt. Friert die Stücke am besten einzeln ein und lasst sie über Nacht im Kühlschrank auftauen.
Noch mehr Blechkuchen und Klassiker
Ihr mögt Blechkuchen und Kindheitsklassiker? Dann probiert auch diese Rezepte, und noch viel mehr findet ihr in unserem Kuchen-Guide.
Mamas Donauwelle mit Puddingcreme

Streusel-Quarkkuchen
Hier zum Rezept
Spiegeleikuchen

Klassischer Käsekuchen mit Quark


Zutaten
- 400 g Butter, weich
- 350 g Zucker
- 2 Ei, L
- 600 g Mehl
- 100 g Kakaopulver
- 2 Pckg. Backpulver, 30 g
- 250 g Butter, geschmolzen
- 200 g Zucker
- 4 Ei, L
- 2 Pckg. Vanillepuddingpulver
- 2 Pckg. Vanillezucker
- 1,25 kg Quark, 40% Fett
- 3 EL Zitronensaft
Zubereitung
- Ihr startet damit, die Butter und den Zucker schaumig aufzuschlagen. Dann gebt ihr das erste Ei dazu, rührt ca. 30 Sekunden und dann kommt das zweite Ei hinzu.
- Das Mehl, den Kakao und das Backpulver kommen in eine weitere Schüssel. Verrührt es mit einem Schneebesen. Dann fügt ihr das Ganze zur Buttermasse und rührt die trockenen Zutaten unter.
- Teilt den Teig in ⅔ und ⅓. Nehmt euch ein Backblech und legt es mit Backpapier aus. Darauf verteilt ihr die ⅔ des Teiges gleichmäßig. Stellt den restlichen Teig zur Seite und es geht erst einmal mit der Creme weiter.
- Ihr startet damit, die Butter zu schmelzen und lasst sie ein wenig abkühlen. Währenddessen schlagt die Eier mit dem Zucker schaumig auf. Sobald ihr eine helle, schaumige Masse habt, lasst die geschmolzene Butter in einem Strahl unter Rühren zur Eimasse laufen.
- Jetzt kommt das Puddingpulver, der Vanillezucker, der Quark und der Zitronensaft. Verrührt alles vorsichtig zu einer homogenen Creme.
- Heizt den Backofen auf 160 °C Umluft vor.
- Verteilt nun die Creme gleichmäßig auf dem Teig. Aus dem restlichen Teig zupft ihr kleine Stücke, drückt sie ein wenig platt und verteilt sie wie Kuhflecken auf dem kompletten Kuchen.
- Jetzt wandert der russische Zupfkuchen für ungefähr 45 Minuten in den Ofen. Lasst den Blechkuchen dann komplett auskühlen und schneidet ihn in kleine Schnitten. Guten Appetit!
Habt ihr das Rezept ausprobiert?
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Häufige Fragen zum Russischen Zupfkuchen
Warum heißt er Russischer Zupfkuchen?
Das „Zupf“ kommt von den gezupften Teigstücken. Das „russisch“ soll an die Zwiebeltürme russischer Kirchen erinnern. Erfunden wurde der Kuchen aber 1993 in Deutschland als Backmischung.
Kann ich den Zupfkuchen einfrieren?
Ja. Eine Leserin hat es ausprobiert, und auch aufgetaut schmeckt er super. Friert ihn in Stücken ein und taut ihn über Nacht im Kühlschrank auf.
Kann ich ihn in der Springform backen?
Ja. Halbiert das Rezept für eine 26er Springform und behaltet die Backzeit im Blick.
Welchen Quark soll ich nehmen?
Wir nehmen Quark mit 40 % Fett. Damit wird die Füllung besonders cremig. Mit Magerquark wird sie fester und weniger saftig.
Wie lange hält sich der Kuchen?
Im Kühlschrank gut abgedeckt etwa drei Tage.
Jetzt seid ihr dran!
Seid ihr auch Streuselzupfer? Schreibt uns, für welchen Anlass ihr euren Zupfkuchen backt, lasst uns gern eine Bewertung da und markiert uns auf Instagram mit @diejungskochenundbacken.
Eure Jungs
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Autor

Sascha
Fotograf, Zocker & Süßigkeiten-FanSascha sorgt für Bilder, Videos und eine gute Portion Kreativität auf dem Blog. Wenn er nicht fotografiert, findet man ihn beim Zocken oder beim Sport, um sich seine Liebe zu Süßem zu verdienen.






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