Wohnmobil-Tour an die Smaragdküste

5 Tage mit dem Etrusco TB 7400 SB

von | 26. Mai 2019 | Magazin, Reiseberichte, Reisen, Werbung

Heute haben wir einen besonderen Reisebericht für euch, denn wir hatten eine absolute Premiere – Reisen mit einem Wohnmobil! 5 Tage lang waren wir unterwegs und unser Ziel war die wunderschöne Smaragdküste in der Bretagne. Hier haben wir es uns kulinarisch richtig gut gehen lassen, tolle Eindrücke gesammelt und vor allem unser schickes Gefährt von Etrusco ausgiebig testen können. So viel sei verraten … wir sind extrem angetan von einem Urlaub mit dem Wohnmobil und planen schon die nächste Wohnmobil-Tour.

Unsere Campergeschichte.

Gemeinsam haben wir noch nie einen Urlaub, der auch nur irgendetwas mit Camping zu tun hatte, verbracht. Torsten hat als Kind ein paar Trips mit einem Wohnwagen gemacht, aber das war es dann auch. Die einzige Geschichte, die ich übers Campen erzählen kann, ist die, dass mich mit 3 Jahren mal ein halber Campingplatz gesucht hat, weil ich verschwunden war. Wohin? Ich bin einem Eiswagen nachgelaufen … jepp! Das könnte auch heute noch durchaus passieren.  Also sind wir extrem unbedarft an die ganze Sache gegangen, haben unseren halben Hausstand in das Wohnmobil geladen und waren einfach enorm happy darüber, dass in unser Wohnmobil von Etrusco so unfassbar viel rein passt.

Ach ja, und wir haben unsere Fahrräder mitgenommen, die haben nämlich auch in den „Kofferraum“ gepasst. Das war die beste Entscheidung überhaupt. Aber damit ihr eine Idee bekommt, wie so ein Urlaub abläuft oder ihr auf der Suche nach Eindrücken zu einer Wohnmobil-Tour seid oder Tipps für die Smaragdküste in Frankreich sucht – kommt hier unser Reisebericht.

Tag 1


Anreise

Vollgepackt mit Allem, das uns irgendwie sinnvoll erschien, sind wir dann am späten Nachmittag nach Frankreich aufgebrochen. Torstens Plan war es, so lange zu fahren, wie möglich und sich dann einen Wohnmobilstellplatz zu suchen, ein paar Stunden zu schlafen und danach weiter zu fahren. Das Navi prognostizierte uns eine Fahrtzeit von 8 Stunden und 30 Minuten. Ein paar Pausen hinzugerechnet und die Tatsache, dass wir kein Auto fahren, sondern ein nicht gerade kleines Wohnmobil, haben wir mit ca. 10 Stunden gerechnet.

Ich habe ungefähr 2 Millionen mal den Wetterbericht für die Reisetage gecheckt. Völlig umsonst, denn jeden Tag sah es anders aus. 5 Tage Sonnenschein – 5 Tage Mistwetter – 5 Tage gemischtes Wetter … alles war dabei. Als wir dann kurz vor der belgischen Grenze waren, fing es natürlich an zu schütten wie aus Eimern.

„Ich werde Torsten auf ewig dankbar sein,
dass er unser Wohnmobil von Etrusco wie ein Profi 5 Tage durch alle Unwegsamkeiten
manövriert hat.“

Was uns aber schon seit der Planung der Reise enorm entspannt hat, war, dass wir mit dem Wohnmobil an sich ja extrem flexibel sind. Sollte es wirklich Dauerregen geben, fahren wir eben weiter nach Süden, bis es besser wird. Wir waren diesbezüglich enorm offen und gespannt, wie es letztlich wird.

Auf gehts!

Gegen Abend hieß es dann, so langsam einen Wohnmobilstellplatz ausfindig zu machen. Das große Problem – schaut euch mal die Homepages von Campingplätzen an! Na ja, wie soll ich es sagen?! Die sind zu 90 % eine absolute Vollkatastrophe. Wie eine Zeitreise in die piependen Zeiten von 56k Modems, denn scheinbar hat seit dem kein Mensch mehr diese Homepages angepackt. Unterm Strich kamen wir so überhaupt nicht weiter und ich dachte mir: „Es gibt doch für alles eine App!“. Absolut, sogar etliche. Schnell ein paar runtergeladen, angetastet und einen Volltreffer gelandet. Die App CAMPY ist schick, easy zu bedienen und mann kann nach den eigenen Wünschen filtern. (Die App verlinken wir euch am Ende des Posts)

Da wir so spät nicht mehr auf einen Campingplatz wollten, haben wir nach automatisierten Stellplätzen gefiltert und schnell was gefunden. Damit stand unsere erste Nacht im Wohnmobil kurz bevor! Angekommen bei strömendem Regen, schnell noch nachts mit Taschenlampe den Strom angeschlossen und dann einfach nur noch ins Bett gefallen. Verrückt – Tag 1 ist schon vorbei.


Espace du Beau Soleil

Wohnmobilstellplatz
Rue de la Bruyère 530, 76190 Etouteville

Preis: Gratis
Plätze: 6
Maximallänge: 9 Meter
Sanitäranlagen: Nein

Sonstiges: Strom – 2€ pro Stunde


Tag 2


Mont Saint-Michel

Nach einer verregneten Nacht sind wir morgens um 7 Uhr direkt aufgebrochen. Die erste Nacht im Wohnmobil war überraschend bequem, sogar enorm bequem! Camping hieß in meinem Kopf immer, fröstelnd in einem unbequemen Schafsack auf dem Boden liegend, morgens mit Schmerzen aufzuwachen. Ok, dass es so nicht wird, war mir klar. Denn ganz ehrlich, niemand bekommt mich mehr auf eine Isomatte in einem kalten Zelt. Auf jeden Fall sind wir dann morgens frisch und happy aufgewacht und, da es immer noch regnete, auch direkt weiter zu unserem ersten Ziel aufgebrochen – dem Mont Saint-Michel.



Für mich das Wahrzeichen dieser Region. Auch wenn es eigentlich noch in der Normandie liegt. Seit mein Bruder mir einmal ein Bild davon gezeigt hat, war mir klar, dass ich irgendwann mal dort hin möchte. Ich dachte diesen beeindruckenden Anblick kennt so ziemlich jeder und war extrem überrascht, das Torsten keine Ahnung hatte wohin ich da eigentlich wollte.

Nach nicht ganz 2 Stunden Fahrt sind wir dann auch schon am Besucherzentrum angekommen und waren sehr froh, dass es einen Parkplatz speziell für Camper gibt. Daher war Parken gar kein Ding. Wir sind dann in freudiger Erwartung aufgebrochen, denn man muss schon noch ein paar Minuten laufen bis zum Ziel. Alternativ kann man aber auch einen Bus oder eine Pferdekutsche nehmen. Da wir aber den Anblick genießen wollten – und ich wußte dass wir vor 500 Fotos nicht angekommen würden – haben wir uns gegen den kostenlosen Shuttle entschieden!



Kathedrale auf dem Berg

Wir konnten uns gar nicht satt sehen – einfach unfassbar beeindruckend. Das Wattenmeer vor uns und daraus erhebt sich dieser wunderschöne Berg, gekrönt von einem Kloster! Wer in diese Region Europas reist, sollte das definitiv gesehen haben. Da wir im Mai voll in der Vorsaison und bei schlechtem Wetter angekommen sind, war es recht entspannt. Allerdings können wir uns vorstellen, dass in der sommerlichen Hochsaison hier die Hölle los ist und man das Ganze vielleicht nicht so wirklich genießen kann. Da es eben nicht so voll war und das Wetter mittlerweile richtig gut, sind wir auch in die Stadt gelaufen und haben uns das Kloster angesehen.



Für 10 Euro Eintritt hat sich das echt gelohnt. Denn der Bereich ist riesig groß und es gibt viel zu sehen, inklusive einiger atemberaubender Aussichten auf das Wattenmeer. Der Ort selber hat uns ein wenig an die Winkelgasse aus Harry Potter erinnert und hat auch verdammt viel Charme. ABER es ist eine der größten Touri-Mist-Fallen, in denen wir seit langer Zeit waren. Die Restaurants wirken alle sehr nach Massenabfertigung. Dazwischen ein Tourikram-Laden nach dem anderen. Wer von der Optik der Restaurants nicht schon abgeschreckt ist, der wird es spätestens nach einem Blick auf die Speisekarte sein – 30 bis 45 Euro für einen Hauptgang !?“

“ Daher unsere Empfehlung – packt euch ein paar Brote und Getränke ein und wenn es wirklich extrem voll ist, spart euch das schöne Städtchen einfach komplett.“

Cancale

Gegen 16 Uhr haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht, denn wir mussten ja noch einen Campingplatz finden. Über die App hab ich uns schon einen schönen Platz direkt am Meer ausgesucht. Also das Navi eingestellt und schon waren wir auf dem Weg nach Cancale. Dort angekommen, wurden wir freundlich begrüßt und durften uns unseren Stellplatz sogar selber aussuchen. Sofort fiel unser Blick auf das Meer und die raue Atlantikküste – jetzt sind wir angekommen! So standen wir erst mal ein paar Minuten dort und waren einfach überwältigt von diesem magischen Moment. Ein Stellplatz zu finden, war gar nicht so einfach, denn die, direkt am Meer, waren leider schon alle weg und manche waren einfach zu uneben für unser fahrendes Haus. Aber letztlich haben wir einen tollen Platz ergattert, den Wagen abgestellt und direkt mal mit Strom versorgt.



Camping Municipal de la Pointe du Grouin

Terassencamping

La Pointe du Grouin, Avenue Cote D’emraude, 35260  CANCALE

Preis: € 19,-
Plätze: 200
Maximallänge: 9 Meter
Sanitäranlagen: Ja

Sonstiges: Strom – einmalig 4 €, kleiner Shop und Bäckerei


Austern

Dann haben wir gar nicht lange gefackelt, haben die Fahrräder aus dem Wagen geholt und sind bei schönster Nachmittagssonne Richtung Hafen aufgebrochen. Cancale hat wirklich etwas Malerisches, vor allem im Licht der Abenddämmerung. Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, hat einfach den großen Vorteil, dass man die Umgebung so viel besser genießen und erfassen kann. Dass Cancale DER Anlaufpunkt ist, um frische Austern zu genießen, wußten wir tatsächlich gar nicht.

Spätestens als wir die kleinen Stände direkt am Meer endeckten, war klar, dass wir um eine Platte mit einem Dutzend Austern nicht herum kommen. An Austern scheiden sich ja bekanntlich die Geister, aber diese Austern waren mit Abstand die Besten, die wir je gegessen haben! Die ganze Situation war so wunderbar – 12 Austern für 6 Euro! Als würde man bei uns mal schnell an der nächsten Frittenbude etwas futtern. Nichts Überkandideltes, sondern purer Genuss. Überall an der Strandpromenade saßen Menschen mit Tabletts voll an Austern und einer unserer Sitznachbarn hat uns dann auch noch ein Gläschen Wein angeboten.


„Genau das sind die Momente auf einer Reise, die wir über alles lieben. Die unerwarteten, die puren – die Momente, bei denen man in Kontakt mit Menschen kommt und die Momente, von denen man sich wünscht, dass sie niemals enden!“

Zum Abschluss sind wir dann noch in einem hübschen Restaurant an der Promenade essen gewesen. Im Le Phare, in dem wir noch mehr Köstlichkeiten aus dem Meer genießen konnten. Es gibt hier etliche Restaurants und bis auf wenige Ausnahmen sehen auch alle wirklich toll aus. Die Speisekarten verraten, dass es sich bei allen um Austern und all die anderen Meeresfrüchte dreht. Wer an diesen Leckereien Spaß hat, der kommt um Cancale definitiv nicht rum!



Unser erster Tag war einfach perfekt und wir waren umso aufgeregter, was die nächsten wohl so bringen.

Tag 3


Saint-Lunaire

Nach einer erneuten bequemen Nacht, ging es wieder recht früh raus, denn um 7 Uhr klingelte der Wecker. Wir sind aber generell Frühaufsteher und im Urlaub wollen wir eben auch viel erleben. Der Weg zu den Waschräumen war erneut der Wahnsinn, denn wann hat man schon mal das Meer und den Sonnenaufgang direkt vor der Nase?! Rundumerneuert haben wir uns dann erst mal ein kleines Frühstück zubereitet. Spiegelei mit, wie soll es auch anders sein, Baguette und leckerem Käse – so startet man doch gut in den Tag, oder nicht?


Camper kochen und backen

Verrückt wie Torsten ist, hatte er am Vorabend noch einen Hefeteig angesetzt und der musste ja nun auch noch weiterverarbeitet werden, denn so hatten wir leckeres frisches Brot für unseren Wohnwagentrip. Das ist definitiv ein großer Vorteil eines Campers. Man ist so flexibel und hat auch noch eine Küche immer und überall dabei. Für uns DER Pluspunkt, denn so kann man auch von den lokalen Produkten profitieren und sie verarbeiten. In Supermärkten und auf Wochenmärkten im Ausland könnten wir eh immer Stunden verbringen. Wenn wir in einem Hotel sind, macht es uns immer ein wenig traurig, dass wir die tollen Früchte, das wunderschöne Gemüse oder Produkt XY, das man bei uns nicht bekommt, gar nicht verwenden kann. So zum Beispiel ein tolles Stück Entrecôte, das wir entdeckt haben und einfach mitnehmen mussten.



Nun ging es aber weiter zum nächsten Campingplatz und dieser liegt am Rande von Saint-Malo, der größten Stadt an der Smaragdküste. Auch hier wurden wir super freundlich begrüßt. Uns wurde ein schöner und großer Platz zugewiesen und eine Menge Tipps für die Umgebung gab es gratis dazu. Das optische Highlight unseres heutigen Campingplatzes ist definitiv das keine Schloss in der Mitte von Zelten, Häuschen und Wohnwagen umrandet. Schnell den Grill ausgepackt und unsere geniales Stück Fleisch als Mittagessen geschlemmt – so macht man es sich schön!


Camping Domaine de la Ville Huchet 

Campingplatz
 Rue de la Passagère, 35400 Saint-Malo

Preis: ab € 17,-
Plätze: 250
Maximallänge: 9 Meter
Sanitäranlagen: Ja

Sonstiges: Restaurant, Supermarkt, Schwimmbad, Spielplatz


Wunderschöne Badeorte

Schnell wieder eingepackt und dann ging es mit dem Wohnmobil noch auf Tour, denn die Städte Saint-Laurin und Dinard standen auf dem Programm. Wären wir früher los, hätten wir dorthin auch radeln können, aber das wäre uns letztlich ein wenig zu spät geworden. Also eben so und in der kleinen Stadt Saint-Lunaire hat man auch gemerkt, dass man mit einem fast 8 Meter langen Gefährt nicht immer einfach mal so parkt. Also sind wir ein wenig aus dem Ort heraus und dann mit den Rädern weiter. Ihr merkt schon, die Räder sind wirklich die beste Idee überhaupt, denn so ist man Mobil viel viel flexibler und hat weniger Probleme mit dem Parken etc.



Der hübsche Badeort liegt direkt westlich von Dinard, das nochmal deutlich bekannter ist. Aber wir wollten mit dem vermeintlich ruhigeren Ort beginnen und sofort fiel uns die Vielzahl an wunderschönen Jugendstilvillen direkt am Strand auf. Hier erlebt man die „Belle Epoque“ in seiner schönsten Form! Wir genossen die Stimmung in einer kleinen Bucht, trinken einen Kaffee und schauten dem Treiben am Strand zu. Familien mit Kindern, direkt am Wasser dreht eine Pferdekutsche seine Runde und auch zum Drachensteigen ist hier der perfekte Ort. Das alles gesäumt von imposanten Bauwerken und dem Meer. Im Sommer wird es auch hier etwas voller sein, aber auch der richtige Ort, um sich in Badeshorts zu schwingen und das Wasser zu genießen. Nach ein paar ruhigen Stunden ging es dann weiter nach Dinard.

Dinard

Auch hier mussten wir etwas außerhalb parken, konnten die Strandpromenade aber gut zu Fuß erreichen. Dinard ist definitiv nochmal touristischer und größer. Hier hat man aber auch eine Vielzahl an tollen Shoppingmöglichkeiten und etliche Restaurants. Wir wussten, die Wahl des Richtigen wird wohl noch schwierig werden. Die Jugendstilvillen hier waren noch beeindruckender als in Saint-Lunaire und Torsten hat eine wunderschöne Villa, die leicht ins Meer ragte, zu unserem Zweitwohnsitz erklärt. Da sag ich nicht nein! Generell kann man hier aber einfach wundervoll die Promenade entlang schlendern und sich gar nicht satt sehen an all der wundervollen Architektur.



Am Abend ging es dann in ein kleines Restaurant, das wir übers Internet gefunden haben. Das Au Bouchon Breton! In diesem gemütlichen Restaurant wird nur mit Produkten aus der Region gearbeitet und eine Tafel an der Wand zeigt direkt, woher aktuell die verschiedenen Lebensmittel stammen. Alleine dieses Konzept hat uns schon total begeistert, aber das Essen hat uns dann komplett umgehauen. Es gibt 3 verschiedene Menüs zur Auswahl – 2 Gänge, 3 Gänge oder 4 Gänge. Wir haben uns für 4 Gänge zu € 39,- entschieden und wir wurden rundum verwöhnt mit hochwertigen Gerichten mit dem gewissen Etwas. Eine riesengroße Empfehlung von uns und gerade in den Sommermonaten solltet ihr definitiv vorher einen Tisch reservieren.



So sind wir auch am dritten Tag satt und mehr als glücklich ins Bett gefallen.

Tag 4


Saint-Malo

Da wir am Vortag einkaufen waren, haben wir den vierten Tag mit einem leckeren Porridge mit Kürbiskernen und Trockenobst begonnen. Die bekommt man nämlich hier in jedem Supermarkt in Hülle und Fülle zum Selbsabfüllen. Da der Campingplatz uns so gut gefallen hat, haben wir direkt noch eine weitere Nacht gebucht. Und dann ging es mit dem Fahrrad in die Altstadt von Saint-Malo. Diese konnten wir schon vom Strand in Dinard bewundern und somit war die Vorfreude noch größer. Das erste Ziel war aber eine Markthalle am Hafen und wir waren gespannt, was wir dort so entdecken. Wir haben uns für einen kleinen Vormittagssnack mit Erdbeeren und leckerem Gebäck entschieden.



Angekommen vor den Toren der Altstadt waren wir schon enorm beeindruckt. Da die Stadt in der Geschichte oft von Normannen angegriffen wurde, errichtete man riesige Wehrmauern rund um die Stadt. Diese stehen heute noch und so kann man die Altstadt zu Fuß komplett umrunden. Der im Weltkrieg größtenteils zerstörte Innenteil, wurde nach historischem Vorbild neu errichtet und das, wie wir finden, sehr erfolgreich, denn der Charme von Saint-Malo ist ungebrochen. Hier haben wir uns auch endlich , ganz Klischee, das erste Crêpe in Frankreich gegönnt und ich konnte dem Beignet nicht widerstehen. Die Altstadt lädt auf jeden Fall zum Schlendern und auch shoppen ein! Außerdem kann man bei Ebbe einige der vorgelagerten Inseln sogar zu Fuß erreichen.



Aber hier noch ein wichtiger TIPP:
In der Bretagne ist der Montag ein typischer Ruhetag, auch für Geschäfte. Daher hatte bei unserem Besuch der Altstadt kaum ein Laden überhaupt auf!

Cap Fréhel | Bootstour

Als wir durch den Hafenausgang aus der Altstadt kamen, haben wir einen kleine Stand entdeckt. Dort wurden Schiffsfahrten angeboten und unter anderem auch eine Rundfahrt vorbei am Cap Fréhel. Dort wollte ich eigentlich noch gerne hin, aber es lag für uns in der falschem Richtung und am nächsten Tag ging es ja schon wieder Richtung Heimat. Also die perfekte Gelegenheit, die Smaragdküste vom Wasser aus zu bestaunen und auch ein wenig der rosa Granitküste zu sehen. Die Tour hat sich defintiv gelohnt und vorbei an Dinard ging es raus aufs Meer. Überall bohrten sich Felsformationen aus dem Wasser und immer wieder konnte man Leuchttürme (Ich liebe Leuchttürme!!) entdecken. Das smaragdfarbene Meer zieht einen direkt in seinen Bann. Langsam bauten sich hohe und schroffe Küstenabschnitte auf. In der Ferne sahen wir schon das Fort la Latte, das an der Spitze des Cap Fréhel liegt. Der Anblick war sagenhaft und man muss das gesehen haben! Bestimmt ist auch ein Besuch zu Fuß lohnenswert, aber in diesem Moment waren wir nur happy, dieses Naturschauspiel aus der Ferne zu bewundern.



Leben wie Gott in Frankreich

Am frühen Abend haben wir noch einen Zwischenstop bei einer genialen Käserei gemacht und uns für den Abend eingedeckt. Außerdem gibt es dort auch die legendäre Boudier Butter; die musste natürlich auch mit. Also ging es mit vollen Taschen und Sonnenschein zurück zum Wohnmobil!



Mit einer Mischung aus Englisch und Französisch hat der nette Mitarbeiter im Käseladen eine tolle Auswahl an französischen Käsesorten zusammengestellt. Dabei fiel Torsten der Morbier auf und ihm kam die Idee eins seiner liebsten französischen Gerichte zu machen – Morbiflette. Das stammt zwar nicht aus der Bretagne aber egal. Dazu eine Käseplatte, Pastete, unser selbstgebackenes Brot, einen feinen Wein und wir haben „gelebt wie Gott in Frankreich“!

Tag 5


Dinan

Nun ging es auch schon in den letzten Tag! Mal wieder hat Torsten uns mit einem tollen Frühstück verwöhnt. Da das Wetter nicht so schön werden sollte, haben wir überlegt, ein wenig ins Landesinnere zu fahren. Nicht weit, nur eine Stunde! Aber dort, am Fluss Rance, findet ihr das malerische Örtchen Dinan!

Die mittelalterliche Stadt ist gesäumt von hübschen Steinhäusern, prächtigen Fachwerkhäusern und ist dabei so pittoresk, dass es fast schon unwirklich erscheint, dass hier überhaupt Menschen wohnen.
In der Nähe des kleinen Hafens am Fluss, konnten wir unser Wohnmobil auf einem speziellen Parkplatz für Camper abstellen – sehr praktisch! Dann sind wir hinauf zu einer Basilika inmitten der Altstadt. Auch hier war es zum Glück noch nicht voller Touristen und wir haben in Ruhe alles aufgesaugt. Dann sind wir in die Stadt und durch viele kleine Lädchen gebummelt.



Galette complète

Was für heute auf jeden Fall auf dem Plan stand, war eine Galette zu essen, die ganz typisch für die Bretagne ist. In einem Laden, in dem wir ein paar „Kleinigkeiten“ für die Küche mitgenommen haben, wurden wir so nett umsorgt, dass wir die Besitzer nach der besten Créperie gefragt haben. Die beiden haben uns dann auch noch direkt einen Platz in ihrem Lieblingsladen reserviert. Punkt 12:30 sind wir dann dort angekommen und waren schon richtig hungrig auf den bretonischen Buchweizenpfannkuchen. Die Auswahl ist riesig und unsere Wahl fiel auf eine Variante mit Schinken, Käse und Ei, bei Torsten kam Wurst, Kartoffeln und Zwiebeln auf die Galette. Dazu ein schönes Glas Cidre, bzw. wir bekamen den Cidre klassisch in eine Tasse gefüllt, und wir haben es uns gut gehen lassen. So richtig gut … das Mittagessen war wirklich toll!



Calvados

Unser Plan war es auf jeden Fall Mittags Richtung Deutschland aufzubrechen, denn Torsten hatte noch einen kühnen Plan für den Nachmittag! Die ganze Reise über hat er mir gesagt, dass er einen guten Calvados mitnehmen möchte. Die typische Region dafür ist eher die Normandie und da wir auf dem Heimweg da durch mussten, könnte man ja, eventuell, vielleicht, peut-être, irgendwo anhalten und etwas kaufen. Also hab ich das Netz nach Hofläden durchstöbert, die auf dem Weg lagen. Nach einiger Zeit hab ich etwas gefunden und wir sind dem Navi gefolgt. Oh Mann, mit einem fast 3,5 Tonnen schweren Wohnmobil über superenge Straßen, mitten im Nirgendwo in der Normandie zu fahren, ist recht „abenteuerlich“. Langsam war ich mir nicht sicher, ob das Navi uns einfach ärgern wollte oder das wirklich der richtige Weg war.

„Sie haben ihr Ziel erreicht!“



Super, hier war aber nichts. Allerdings einige Meter weiter stand ein Haus inmitten etlicher Bäume … könnte es das sein?! Also einfach mal mit dem Wohnmobil die Auffahrt runter zum Haus und nachdem wir ausgestiegen sind, kam uns schon eine grinsende, französische Dame, mit einem Tablet bewaffnet, entgegen und streckt ihre Hand aus. Madame Jaouen ist Betreiberin einer Apfelfarm mit ca. 9600 Apfelbäumen, die sie und ihre Familie komplett alleine bewirtschaften. Stolz führte Sie und in den alten Stall des prächtigen Hauses, in dem sich nun der Verkostungsraum befindet. Nach ein wenig Small Talk kam dann auch noch ihr Sohn mit dazu, der den Betrieb mehr und mehr übernimmt.



Vollgepackt Richtung Heimat

Also haben wir uns munter durch Cidre, Calvados und Pommeau, der uns vorher unbekannt war, gekostet! Ein absolutes Highlight – so etwas mögen wir total. Produkte direkt vom Erzeuger und man hat einfach gespürt wie Stolz man auf die eigenen Produkte war und wir sind mal kurz in einen kleinen Kaufrausch verfallen. Aber das sind für uns einfach wunderbare Erinnerungen und bei jedem Schluck denkt man an diesen schönen Moment.

„Als wir mitten in der Normandie, zwischen den Apfelbäumen, mit Madame Jaouen und ihrem Sohn Calvados getrunken haben.“

Nach diesem tollen Erlebnis sind wir ganz selig weiter in Richtung Deutschland gefahren, allerdings nicht nach Hause, sondern nach Trier. Meine Mama hatte nämlich am nächsten Tag Geburtstag und so bot sich dieser Zwischenstopp einfach an.

Fazit

Die Tage gingen wirklich wie im Fluge vorbei und wir würden das nächste mal mit einem Wohnmobil eher 2 Wochen einplanen. Der Stauraum war einfach unfassbar und man bekommt genug für diese Zeit unter, außerdem gab es auf allen Campingplätzen auch Waschmaschinen. Das Fahren mit dem großen Wohnmobil war, laut Torsten, total angenehm, aber auch ich fand es insgesamt sehr bequem. Definitiv gemütlicher für so lange Reisen, als ein Auto. Denn hier hat man einfach alles dabei! Man kann theoretisch überall einen Stop einlegen und etwas kleines Essen, mal verschnaufen, die Toilette aufsuchen oder oder.

Die Flexibilität mit dem Wohnmobil hat uns insgesamt total begeistert. Wir hatten wirklich nicht gebucht oder reserviert. Da das Wetter so unbeständig schien, dachten wir uns zur Not fahren wir noch etwas weiter in den Süden. Genau diese Freiheit hat man halt mit dem Wohnmobil! In Frankreich war die Dichte an Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen wirklich perfekt und es war nie wirklich schwierig etwas zu finden. Alle waren sauber, die Mitarbeiter immer freundlich und insgesamt sehr unkompliziert.

Eine Küche, und dann auch noch eine so gut ausgestattete, dabei zu haben, war ein großes Highlight. Endlich mal bedenkenlos in den örtlichen Märkten einkaufen, lokale Produkte ausprobieren und nach Lust und Laune kochen und backen. Der große Kühlschrank war die 5 Tage über auf jeden Fall super voll und auch auf der Heimreise. Mit dem Wohnmobil konnten wir nämlich auch Butter, Käse und Co. mit nach Hause nehmen und das war wirklich toll. Wenn man mit dem Flieger unterwegs ist, ist das immer ein großer Nachteil und oft konnten wir Dinge eben nicht mit nach Hause bringen.

Unser Wohnmobil

Grundriss unseres Wohnmobils
Bett

Super bequeme Matratzen mit hohem Liegekomfort. Wir haben super gut geschlafen!

Küche

Soft-Close Systeme in Dachschränken und Schubladen. Großer Kühlschrank mit Gefierfach. 3-flammiger Gasherd und Backofen.

Platz ohne Ende

Heckgaragen mit Sicherungsösen und Antirutschmatten.


Habt ihr noch mehr Fragen zum Thema reisen mit dem Wohnmobil, dann schreibt uns doch einfach per Mail oder auf Instagram.

Außerdem werden auch noch ein paar weitere Tipps und Eindrücke zum Thema „Reisen mit dem Wohnmobil“ auf den Blog finden.

Wir sind auf jeden Fall infiziert und wo soll es nun als nächstes hin??
Habt ihr einen Tipp für eine Region, die sich besonders für einen Wohnmobilurlaub anbietet?

Eure Jungs

App Empfehlung

Mit der App CAMPY findet ihr immer und überall den perfekten Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz. Wir würden nicht mehr ohne reisen!

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