Torsten und ich haben in den letzten Jahren eine waschechte Sammelleidenschaft für Hochprozentiges entwickelt. Während Torsten ein ganz großer Fan von Whisky und Bränden verschiedenster Art ist, liegt bei mir der Fokus auf Rum und Gin. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass wir Anfang Dezember eine der besten Brennereien Deutschlands besuchen durften – die Brennerei Ziegler! Da wir als Dankeschön auch etwas Leckeres mitbringen wollten, hatten wir eine Kiste Pralinen mit Schuss im Gepäck. Natürlich mit einem grandiosen Brand, Likör und Geist von der Brennerei Ziegler.

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Ein Besuch in der Brennerei Ziegler

Also haben wir uns auf den Weg nach Freudenburg am Main gemacht und waren schon mehr als gespannt auf einen Einblick in eine Brennerei. Max, einer der Brenner, hat uns dann auch am Hotel, nach einer herzlichen Begrüßung, auch direkt abgeholt und so konnte unser ereignisreicher Tag starten.

In der Brennerei angekommen, fiel uns sofort die wunderschön eingedeckte Tafel ins Auge und vor allem die Menükarte für unser Mittagessen, samt abgestimmter Verkostung. Da ist die Vorfreude direkt ins Unermessliche gewachsen. Aber als erstes Stand eine Brennerei Besichtigung an, auf der wir eine ganze Menge spannende Infos sammeln durften.



Gestartet haben wir unsere Führung erst einmal auf dem Hof. Dort kommen nämlich gerne mal 800 Tonnen Obst an, das von den Mitarbeitern auf Qualität geprüft. Denn die Brennerei Ziegler steht für höchste Qualität und das muss schon beim Obst beginnen. So geht eine Lieferung dann auch im Zweifel mal zurück. Danach geht es ans Sortieren und Passieren der Früchte. Bevor aber destilliert werden kann, geht das Ganze erst einmal in Maischefässer. Darin wird es dann über einige Wochen vergoren.

Das Obst wird europaweit eingekauft, aber immer wenn möglich, auch direkt aus der Region – dazu aber später mehr. Da hier mit einem Naturprodukt gearbeitet wird, kann das Ergebnis auch nicht immer hundertprozentig identisch schmecken. Umso wichtiger ist eine gute und sorgfältige Vorauswahl.



Jetzt wird gebrannt!

Weiter geht’s in die Destillerie – dort wird letztendlich für die höchste Qualität gesorgt. Max zeigt uns seinen Arbeitsplatz und berichtet, wie der alles entscheidende Prozess der Destillation abläuft. Zuerst entsteht ein Rohbrand und dann die wichtige 2. Destillation in der Feinbrandblase.  Hier wird der Vorlauf und der Nachlauf abgetrennt, um, wie Max es nannte, das Filetstück des Brands herauszulösen – der Feinbrand. Denn sowohl im Vor- als auch im Nachlauf befinden sich Fuselstoffe und andere Dinge, die Geschmack und Qualität negativ beeinflussen. So sitzt Max oder einer seiner beiden Brennerkollegen, an der Destille und riecht und schmeckt, wann es an der Zeit ist, den Vorlauf abzutrennen bzw. den Nachlauf zu initiieren. Max hebt noch mal deutlich hervor, dass man lieber mehr des Vorlaufs wegnimmt, als in Gefahr zu geraten, dass zum Beispiel Methanol im finalen Brand enthalten ist. Hier ist kein Platz, um zu sparen oder vermeintlich mehr Menge zu produzieren.

Ihr seht also, hier wird echte Handarbeit betrieben. Die Destille ist winzig und davor sitzt ein Brenner, der all seine Erfahrung und sein Können in die Brände einfließen lässt. Keine Spur von riesigen Maschinen und automatisierten Prozessen. Demnach erzielt man ein Ergebnis von ca. 800 Litern aus 22 Tonnen Maische.

Wir sind immer noch schwer begeistert, dass hier soviel Leidenschaft und echte Menschen hinter den Produkten stehen. Da wundert einen die hohe Qualität gar nicht mehr … denn ganz ehrlich, nach unserer Erfahrung, geht es nur so.



Torsten im Paradies – das Whiskylager

Ein weiteres wichtiges Standbein der Brennerei Ziegler ist der Whisky AUREUM. Um mehr darüber zu erfahren haben Max und seine Kollegin Anna Lisa uns natürlich auch das Whiskylager gezeigt. Da sind Torstens Augen auf einmal ganz groß geworden.

Ist beim Brand das Ausgangsmaterial und der Destillationsprozess entscheidend, so ist es bei der Whiskyherstellung ganz klar die Lagerung. Die Brenner können hier wirklich experimentieren und ihre eigene Handschrift verewigen. Im Whiskylager waren Ex-Bourbon-, Kastanien-, Sherry- und Portweinfässer zu finden, mit denen dem Whisky sein unverkennbarer Geschmack verpasst wird.

Aber es gab noch eine Schatzkammer zu entdecken und diesmal im wahrsten Sinne der Wortes. Max führte uns die Straße etwas weiter hinunter zum Felsenkeller. Hier lagern die echten Schätze – allem voran eine Wilde Zwetschge von 1924 und noch einige andere Brände, die schon etliche Jahre auf dem Buckel haben. Diese Raritäten sind auch bei der Brennerei Ziegler erhältlich.

Noch viel mehr Infos rund um Brände, Geiste und Co. findet ihr hier auf der Hompage der Brennerei Ziegler.



So eine Verkostung muss ja sein

Für uns ging es nach diesem beeindruckendem Ausflug wieder zurück in die Brennerei. Denn es war langsam Zeit für ein Mittagessen und die langersehnte Verkostung einiger der tollen Brände, deren Herstellung wir begleiten durften.

Man kennt den Brand immer nur als Aperitif für ein Essen, aber hier wurde uns eindrucksvoll gezeigt, dass man auch Hochprozentiges als Essensbegleiter servieren kann und die Aromen beider Parts davon extrem profitieren. Ich bin bei Bränden immer sehr wählerisch, ich hasse es wenn es brennt und kratzt im Hals. Die Brände der Brennerei Ziegler waren hier einfach perfekt für mich. Der Geschmack und die Aromen sind wirklich gigantisch und dabei so angenehm weich im Abgang. „Das kommt durch die gewissenhafte Abtrennung von Vor- und Nachlauf, da wir hier nur die beste Qualität vertreten haben“, erklärt Max mir.



Als großer Fan von Rum, war dann auch noch überraschend ein Highlight für mich auf dem Tisch. Die Brennerei Ziegler bringt nämlich Anfang 2019 einen Rum auf den Markt und wir durften ganz exklusiv eine Fassprobe verkosten. Ich kann euch sagen, der ist der Wahnsinn. Ganz anders, aber dadurch eben auch absolut besonders und lecker. Ich freu mich auf jeden Fall drauf. Und Torsten tatsächlich auch. Um das Programm noch voll zu machen, haben wir natürlich auch die beiden Ginsorten probieren können. Dabei hat es mir der GinT besonders angetan. Durch die Infusion von grünem Tee sticht er aus dem Ginallerlei so richtig hervor.

Auf zum Obstbauern nebenan

Als Abschluss unseres bis dahin schon so spannenden Tages, ging es dann nochmal 15 Minuten mit dem Auto zu einem Obstbauern, der die Brennerei Ziegler mit Zwetschgen und Mirabellen versorgt.



Seit 2007 wird die Brennerei mit diesem Obst versorgt. Mit hinzu gekommen ist die Wildbirne, die nun auch eine ausreichende Ernte abwirft.  Generell haben wir gemerkt, dass wir beim Thema Obstanbau echt ahnungslos sind. Es war uns zum Beispiel neu, dass die Obstbäume auf fremdes Wurzelwerk „gepfropft“ werden, damit die Bäume schneller ertragsfähig sind und nicht zu groß werden. Das Highlight war aber die eigens für den Obstbauern umgebaute Erntemaschine – mit dieser haben sie es auf einen Ernterekord von 20 Sekunden pro Baum gebracht. Unglaublich!! 

Die Leidenschaft und Liebe für das Produkt wurde aber auch hier sehr schnell deutlich und uns war klar, warum die beiden Betriebe so wunderbar zusammen arbeiten. 

Man darf sich auch mal selbst beschenken!

Jeder, der Spass an hochwertigen alkoholischen Getränken hat, dem können wir so eine Brennereiführung nur empfehlen. Es war ein unglaublich spannender Tag, der einem nochmals ein viel besseres Bewusstsein für die entscheidenden Qualitätsmerkmale – Achtung! Wortspiel!-  „eingebrannt“ hat. 



Wir haben auf jeden Fall zum Abschluss des Tages noch ein wenig im Shop der Brennerei gestöbert und das eine oder andere ist auch in die Tasche gewandert. Eine Flasche GinT gab es als Geschenk noch obendrauf, was uns natürlich sehr gefreut hat und nochmals ein Dankeschön dafür.

Hier findet ihr auf jeden Fall eine Menge toller Geschenkideen. Also so kurz vor den Feiertagen nochmal eine schöne Idee für eure liebsten Brand-, Gin- und/oder Whiskyliebhaber – schaut doch einfach mal im Online-Shop vorbei.

Wir haben die Leckereien der Brennerei Ziegler, wie anfangs schon erzählt, zu Pralinen verarbeitet, denn auch hier zahlt sich eine hohe Qualität mehr als aus. Genau dieses Rezept zeigen wir euch jetzt und liefern vielleicht noch eine kurzfristige Idee für ein Geschenk aus der Küche.

Eure Jungs



Pralinen mit Schuss

Rezept für drei leckere Pralinenfüllungen. Verfeinert mit den feinsten Bränden, Geisten und Likören der Brennerei Ziegler. Ein absoluter Hochgenuss!
Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Zubereitungszeit: 1 Stunde
Ruhezeit: 4 Stunden
Arbeitszeit: 1 Stunde 10 Minuten
Gericht: Pralinen
Keyword: Brennerei Ziegler
Portionen: 40 Pralinen je Sorte

Zutaten

Erdbeerlikör mit Ruby Schokolade

  • 400 g Ruby Schokolade, altern. weiße Schokolade
  • 200 g Sahne
  • 40 ml Ziegler Erdbeerlikör

Espresso Geist mit Vollmilchschokolade

  • 400 g Vollmilchschokolade
  • 200 g Sahne
  • 40 ml Ziegler Espresso Geist

Williams Birne mit dunkler Schokolade

  • 400 g dunkle Schokolade, mind. 70%
  • 200 g Sahne
  • 40 ml Ziegler Williams Birne

Für die Fertigstellung der Pralinen

  • 40 Stück Hohlkörper, je Sorte
  • 500 g weiße Schokolade
  • 500 g Vollmilchschokolade
  • 500 g dunkle Schokolade, mind. 70%

Zubereitung

Für die Füllungen:

  • Hackt die jeweilige Schokolade in kleine Stücke und gebt sie in eine Schüssel. Alternativ könnt ihr auch Schokolade-Chips verwenden.
  • Erhitzt die Sahne in einem Topf, bis sie kurz vor dem Kochen ist. Gießt sie dann über die Schokostücke, lasst sie 2 Minuten ruhen und rührt die Schokolade glatt.
  • Rührt zuletzt noch den jeweiligen Alkohol unter, lasst sie abkühlen, bis sie handwarm ist und füllt sie in einen Spritzbeutel oder Pralinentrichter.

Fertigstellung der Pralinen

  • Stellt euch die Hohlkörper bereit und füllt eure Füllung/en hinein. Sie sollten gefüllt sein, aber nicht überlaufen. Lasst die Pralinen nun für ca. 3-4 Stunden oder über Nacht stehen.
  • Erhitzt von der richtigen Sorte 50 g Schokolade und tropft diese auf die Öffnung der Hohlkörper, damit diese geschlossen ist.
  • Hackt die jeweilige Schokolade in grobe Stücke und gebt 300 g davon in eine Metallschüssel. Über dem warmen Wasserbad schmelzt ihr sie dann langsam bei einer Temperatur von 45-50°C unter gelegentlichem Rühren.
  • Sobald sie geschmolzen ist, gebt die restlichen 150 g unter Rühren dazu. Dadurch reduziert sich die Temperatur wieder auf ca. 26°C. Erwärmt die Schokolade nun noch einmal auf ca. 33°C – dann ist sie perfekt temperiert und kann verarbeitet werden.
  • Taucht die gefüllten und verschlossenen Hohlkörper nach und nach mit einem Patisseriebesteck in die temperierte Schokolade. Lasst sie kurz abtropfen und setzt sie auf Backpapier oder eine Permanentbackmatte. Wenn ihr ein Pralinengitter habt, könnt ihr die Kugeln auch vorher darüber rollen, so dass eine schöne Igelform entsteht.

Tipp von den Jungs

Für das Verzieren der Pralinen benötigt ihr eine etwas größere Menge an Schokolade, als ihr am Ende verbrauchen werdet. Das geht leider nicht anders. Aber ihr könnt die übrig gebliebene temperierte Schokolade aufbewahren und später erneut verbrauchen, zum Beispiel als Kuchenglasur.
Habt ihr das Rezept ausprobiert?Erwähne @diejungskochenundbacken oder nutze #rezeptvondenjungs!


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2 Kommentare

  1. hach, Danke Euch für die schönen Bilder , das weckt Erinnerungen an meine Zeit dort in Freudenberg.

    Sehr spannend, dass die junge Generation noch wie damals arbeitet, aber dennoch wunderbare neue Produkte entstehen.

    Herzliche Grüße
    Sonja

  2. Hallo Sonja,
    Das finden wir auch so toll. Wir freuen uns, dass Dir unsere Fotos von dort so gut gefallen 😍

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