Alpwirtschaft in Vorarlberg – Bergkäse aus bester Tradition

Wir lieben Käse! Ihr doch auch, oder?! Dann haben wir eine Menge spannender Infos für euch, denn wir haben uns im August, Dank der AMA, auf den Weg nach Vorarlberg gemacht. Dort haben wir die Alpwirtschaft aus nächster Nähe betrachtet und konnten uns überzeugen, wie viel Tradition dort noch gelebt wird. Egal ob auf der Alpe hoch in den Bergen oder im Tal, die Sennerinnen und Senner leben für den Vorarlberger Bergkäse g.U.! Was genau hinter der Alpwirtschaft in Österreich steckt, davon berichten wir in diesem Magazinbeitrag.

Was versteht man unter Alpwirtschaft?

Die Alp- oder auch Almwirtschaft folgt einer Jahrhunderte alten Tradition in vielen Regionen der Alpen, aber ganz besonders in Österreich. Fast ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzflächen fällt in den Bereich der Alpwirtschaft. Und um noch ein paar weitere Zahlen ins Rennen zu werfen, ca. 40% des „Alpkäses“ aus Österreich wird in Vorarlberg produziert.

Um herauszufinden, was es mit der Alpwirtschaft und der Herstellung von Berg- und Alpkäse auf sich hat, sind wir daher in Vorarlberg genau richtig. Wir beginnen unsere Reise bei der Alpe Stongen und besuchen die Senner Nicole & Matthias.

{ Was steckt dahinter? }

Alpsommer

Nicole und Matthias verbringen den Alpsommer als Senner in ca. 1400 m über dem Meeresspiegel. Aber was ist denn genau ein Alpsommer? 

Normalerweise gehen die Älpler von 100 Sommertagen auf den Alpen aus. Der Alpabtrieb beendet die „Sömmerung“ und auch für die Älpler geht es nach 100 harten Arbeitstagen zurück ins Tal.

Auf Grund der begrenzten Nutzflächen im Tal, hätte das Vieh nicht genug frisches Gras und Heu für das ganze Jahr. Daher werden die Kühe zu den Sommermonaten auf die Alpen gebracht. Dort können sie sich von Gras und Bergkräutern ernähren. Während dieser Zeit versorgen und bewirtschaften die „Älpler“ {Menschen, die den Sommer auf der Alpe verbringen} die Kühe und das dazugehörige Land. Bei den ersten Anzeichen des Wintereinbruchs wird das Vieh wieder ins Tal getrieben. Dieser Alpabtrieb wird oft mit großen Festen gefeiert. Die Kühe überwintern in Stallungen und werden ausschließlich mit im Sommer geerntetem Heu und Getreideschrot gefüttert. 

Nein, es gibt verschiedene Formen der Alpwirtschaft. Die Alpsennereien sind nur ein Teil davon. Es wird auch Vieh zur reinen Milch- oder Fleischproduktion gehalten. Einige Alpen betreiben auch Waldwirtschaft und sind ein wichtiger Bestandteil der Landschafts-pflege. Nicht zu verachten ist aber auch der touristische Nutzen der Alpen und der Tradition, die dahinter steckt.

Käse in seiner traditionellsten Form - der Alpkäse.

Ihr wisst ja schon, dass Vorarlberg unglaublich wichtig für die Käseproduktion in Österreich ist. Daher ist der  Käse geographisch geschützt:

Die Käsespezialität wird mit viel Liebe und Leidenschaft produziert und die Rohmilch-Käse entstehen hier aus bester Heumilch g.t.S. . Auch diese hat ihr eigenes Siegel, das die Milch als garantiert traditionelle Spezialität ausweist. Dieser erstklassige Rohstoff macht die Vorarlberger Käse zu etwas ganz Besonderem. 

Wir haben uns riesig gefreut, auf einer Alpsenne hinter die Kulissen schauen zu können und die traditionsreiche Herstellung von bestem „Alpkäse“, den es nur in den Sommermonaten gibt, mitzuerleben.

Hinter den Kulissen

Bergkäseherstellung auf der Alpe

Die Handarbeit und der dazugehörige Kraftakt der Käseherstellung hat uns umgehauen. Damit bekommt man einfach ein ganz anderes Verständnis für die Wertigkeit von Alpkäse. Senner Matthias macht das 100 Tage lang und dafür unsere Hochachtung.

Bergkäse soweit das Auge reicht!

Käsekeller in Lingenau

Es gibt Dinge, die sollte man einfach mal gesehen haben. Ein Käsekeller mit über 32.000 Käselaiben gehört definitiv dazu - ein fast unwirklicher Ort, den wir zum Abschluss unserer Reise besuchen durften.

Der Berg- und Alpkäse benötigt eine intensive Pflege, denn der Käse muss mit Salz behandelt und anfangs täglich gedreht werden. Das funktioniert auf der Alpe erstmal auch noch gut von Hand, aber mit steigender Anzahl an Käselaiben wird es für eine Alp- und Bergsennerei enorm aufwändig die Laibe zu versorgen. Daher hat man sich in 2002 entschlossen, einen gemeinsamen Käsekeller zu errichten.

Aufgrund der begrenzten Lagerkapazitäten auf den Almen und der Reifezeit des Käses, die über die Almsaison hinausgeht, muss der Berg- und Alpkäse ins Tal gebracht werden. Daher hat man sich in 2002 entschlossen, einen gemeinsamen Käsekeller zu errichten. So haben die umliegenden Alpen die Möglichkeit, am Ende des Sommers, all ihre Käselaibe in den Käsekeller in Lingenau zu bringen. Dort kann die Reifung und die Pflege, wie die Behandlung mit Salz und das regelmäßige Wenden, unter gleichbleibenden klimatischen Verhältnissen erfolgen, auf der Alm würde der Käse quasi „einfrieren“.

Wie man sich um tausende Käselaibe kümmert? Das machen die 6 Roboter, die sich tagein, tagaus um die Pflege kümmern. Insgesamt findet ihr 3 Kellerräume in Lingenau – 2 für die jungen Käse bis zu 3 Monaten und einen für die Käselaibe, die bis zu 10 Monate reifen. Da finden wir also unsere Lieblinge, denn wir mögen es gerne etwas würziger!

Der Lingenauer Käsekeller ist das größte gemeinschaftliche Projekt der Bregenzwälder Milchwirtschaft und sorgt für eine ständige Top-Qualität in Reifung und Pflege für den ursprungsgeschützten Alp- und Bergkäse. Hier findet die beeindruckende Alpwirtschaft in Bezug auf Käse sein Ende und es könnte nicht beeindruckender sein.

Der Chef Ulrich Gärtner hat eine ansteckende Leidenschaft für das Thema Käse und steckt schon mitten in der Planung für einen weiteren Keller, denn der aktuelle wird zu klein – verrückt, oder? 

Es hat uns so sehr gefreut, euch einen Einblick in die Alpwirtschaft und die Herstellung von Alp- und Bergkäse zu geben. Wir lieben es, hinter die Kulissen zu schauen und eine noch bessere Wertschätzung solch toller Produkte, wie eben Alp- und Bergkäse, zu bekommen. Die Alpwirtschaft hat eine unglaubliche Faszination auf uns ausgeübt und die harte Arbeit der Älpler hat uns nachhaltig beeindruckt. 

Wir sind nun noch viel viel neugieriger und sind uns sicher, dass dies erst der Beginn einer langen Reise in die Traditionen Vorarlbergs ist und freuen uns, euch bald noch mehr zu berichten.

Eure Jungs

Position

Sascha

Ich habe ein Faible für bunte Muster und krasse Grafik-Shirts. In der Küche und im Leben bin ich total kreativ (manchmal sogar chaotisch, sagt Torsten). Sport gehört für mich – genau wie gutes Essen – zum Leben dazu.

Ich arbeite Selbstständig als Blogger & Content Creator. Ich bin nicht nur für unseren Food-Blog verantwortlich, ich unterstütze darüber hinaus Firmen, Hersteller und Touristik-Agenturen mit meinem Knowhow in Sachen Content, Fotografie, Film und Social Media.

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